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Diese Seite wird mit den Gliederungspunkten Bereich Konstrukteure / Bereich Honorar- und Auflagenentwicklung ausgestaltet. 

 

MODELLBOGEN

2. Bereich Konstrukteure 

Die Anzahl der tätig gewordenen Konstrukteure bewegte sich in überschaubaren Größen. Für die Anfangsjahre werden in der Regel die Namen Werner Zorn und Klaus Friedrich immer wieder genannt. Es gab auch andere Namen wie z. B. Ralf Hartkopf, Harri Wicker und Hartwig Habelmann. Und nicht zu vergessen Gerhard Böhme.

Wie ich schon ausführte, gab es auch eine Tradition im deutschen Kartonmodellbau. Selbst in der NS Zeit wurden gezielt Modellbauaktivitäten genutzt, um junge Menschen für die faschistische Ideologie über den Modellbau anzusprechen. Diese Tradition wurde bewusst in den Anfangsjahren ausgeklammert. Es sollte ganz bewusst ein Neubeginn gestaltet werden, mit neuen Ideen beim Gestalten von Konstruktionsinhalten. Dafür stand der Antifaschismus in der DDR und seinem Verlagswesen. Ob sich nun alle Menschen damit identifizieren konnten, soll hier nicht zur Disposition stehen. Es kann davon ausgegangen werden, dass es Menschen mit beruflichen Voraussetzungen zum Konstrukteur gab, die sich dieser Entwicklung aber nicht anschließen wollten.

Als Ideengeber stand das Ministerium für Volksbildung für die anfänglichen Modellbauaktivitäten. Dieses Ministerium erscheint im weiteren Verlauf der Entwicklung der Modellbogen im Zeitschriftenverlag „Junge Welt“ immer, wenn es um neue wissenschaftliche Erkenntnisse ging, bei der Umsetzung einer interessanten und sinnvollen Gestaltung der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Dass es auch bei den Erwachsenen einen großen Kreis von Interessierten am Modellbau gab, war ein Effekt, der in seiner Größenordnung so anfänglich nicht erwartet worden ist. Sicherlich war es ein positiver Zufall, dass Werner Zorn und Klaus Friedrich bei der Redaktion der Kinderzeitschrift „Fröhlich sein und singen“ bereits bekannte Akteure auf diesem Gebiet waren. Beide Konstrukteure durchliefen selbst eine Entwicklung, was an ihren einzelnen Modellkonstruktionen nachvollziehbar ist.

Werner Zorn schied 1959/1960 freiwillig aus der Redaktions- und Konstrukteurs-Tätigkeit aus. Welche Gründe und Ursachen es dafür gab oder standen, werden nicht benannt. Seine anschließenden Aktivitäten beschränkten sich auf die Mitarbeit im Redaktionsbeirat sowie in der Beteiligung an Ko-Autoren Tätigkeiten. Zur Person Klaus Friedrich sind so gut wie gar keine Angaben bekannt.

Nach dem Studium der vorliegenden Unterlagen, gab es keine gesonderte Redaktion „Fröhlich sein und singen“ für den Bereich Modellbogen/Modellbau. Die mit diesem Logo ausgewiesenen Tätigkeiten erfolgten Anfangs in der Regel als Auftragswerke des Ministeriums für Volksbildung in enger Zusammenarbeit mit dem Verlag „Junge Welt“. Personell waren Werner Zorn und Klaus Friedrich anfänglich allein für diese Aufgaben zuständig. Die fachliche Anleitung, Planung und Kontrolle erfolgte über die Redaktion der Kinderzeitschrift „Fröhlich sein und singen“. Die Arbeit mit Redaktionsbeiräten stand erst am Anfang und konzentrierte sich vordergründig darauf, einzelne Modellkonstruktionen in der kollektiven Beratung und Gestaltung zu bearbeiten.

Der verfügbare Personalbestand bei den Konstrukteuren entwickelte sich anfänglich stabil und erfasste bis in die 60ziger Jahre hinein ca. 17 bis 20 Personen. Dabei sind die Konstrukteure, welche nur in den 50ziger Jahren aktiv dabei waren wie Ralf Hartkopf, Gerhard Böhme, Hartwig Habelmann, Klaus Kohlhoff, Helmut Kühnert, Henry Weise, Herbert Gradi und Werner Kopka nicht berücksichtigt. Was die berufliche Qualifikation der Konstrukteure betrifft, ist selbst in den Archivunterlagen wenig Bekanntes erfasst. Bei Herbert Thiel und Gerhard Stieff sowie einigen anderen Konstrukteuren, werden als Beruf Grafik-Designer angegeben. Soweit ich recherchieren konnte, war Helge Bergander der einzige Akademiker mit einem Ingenieurstudienabschluss unter den Konstrukteuren (Bin mir mit dieser Aussage aber nicht sicher, ob sie so formuliert Bestand haben wird. ???). Er war viele Jahre an der Technischen Universität Dresden im Rahmen einer Professur tätig. Es ist auch bekannt, dass Helge Bergander in seiner Eigenschaft als Lehrer an der Technischen Universität in Dresden junge Studenten bei den Modellkonstruktionen mit einbezogen hat. Damit ist auch nachvollziehbar, warum Helge Bergander 1964 in der Lage war mit 9 Modellkonstruktionen in Erscheinung zu treten.

Vertragsabschluss, wenn eine Modellkonstruktion in Auftrag gegeben worden ist. Bei den Modellkonstruktionen sollten zwei Grundsätze weitere Beachtung finden: Die Tätigkeit als Konstrukteur erfolgte ehrenamtlich und mit

1. Die Modellkonstruktion von Funktionsmodellen.

2. Die Modellkonstruktion von Präsentationsmodellen.

Zu beachten!  Seit Anfang bzw. Mitte der 60ziger Jahre, war die Publikation eines Bastelbuches sowie eines „Plaste-Modellbogens“ permanent im Gespräch. Bei der Redaktion „MODELLBOGEN“ sowie auch in übergeordneten Leitungsebenen, wurde regelmäßig über den Stand der Entwicklung dieser beiden Themen berichtet.

Mit Bildung der Redaktion „MODELLBOGEN“ übernahm Gerhard Kunter diesen Arbeitsbereich als verantwortlicher Redakteur. Damit liefen fast alle Aktivitäten dieses Aufgabenbereiches ab 1958/1959 über die Person Gerhard Kunter. Im Revisionsbericht (Revision Juli 1963) wird ihm eine gute Arbeitsweise bescheinigt. (Es gibt aber auch anders lautende Einschätzungen, die Gerhard Kunter als einen anderen Menschen erscheinen lassen. So u.a. von Klaus Piotrowski) Es ist Gerhard Kunter und seinem Vorgänger zu verdanken, dass innerhalb der Redaktion „MODELLBOGEN“ ein lückenloser Nachweis über bereits erschienene Modellbogen geführt wurde, geplante Modellbogen in einer Jahresübersicht vorlagen und der Kreis der Konstrukteure ebenfalls in einer Nachweiskartei erfasst waren. Leider ist diese Kartei nicht im Bundesarchiv gelandet. Vermutlich wird diese bei Gerhard Kunter verblieben sein! (Gleiches trifft sicherlich auch für die Arbeit von Werner Zorn und Klaus Friedrich zu.)

Aus den Unterlagen wird aber auch ersichtlich, dass der verantwortliche Redakteur in der Redaktion „MODELLBOGEN“ mit seiner Sekretärin für „alles“ zuständig und verantwortlich waren. Somit waren Fehler u. a. Fehlentwicklungen vorprogrammiert! Sie waren im Sprichwörtlichen Sinne „… das Mädchen für alles …“.

Die personelle Auswahl und Verfügbarkeit von Konstrukteuren waren innerhalb der DDR sehr klein. Die Übernahme von Modellkonstruktionen aus den Ländern Polen, CSSR oder Ungarn, standen nicht zur Disposition. (umgekehrt sah das Verhältnis ganz anders aus). Vergessen werden darf dabei nicht, dass die Konstrukteure in ehrenamtlicher Funktion aktiv geworden sind. Für die geplanten einzelnen Modellkonstruktionen, standen den Konstrukteuren 1 Jahr bis 1 ½ Jahre für jede Modellkonstruktion zur Verfügung. Damit sollte eine gewisse Vorlaufzeit geschaffen und für die Planung eine bessere Übersicht erreicht werden.

Seitens Gerhard Kunter wurde mit Unterstützung des Verlages versucht, Treffen und Konferenzen mit den Konstrukteuren vorzubereiten und auch durchzuführen. Leider liefen diese Aktivitäten ins Leere. Warum??? Aus den vorliegenden Dokumenten nicht ersichtlich! Vielleicht könnte Gerhard Kunter persönlich, dazu mehr berichten.

Mit dem Namen Gerhard Kunter wird im Verlag die Einführung und Durchsetzung des „Weltverlagsrecht“ in Verbindung gebracht. Auf diesem Gebiet hatte er mit der Justiziar-Abteilung des Verlages, bei der Gestaltung der Verträge mit den Konstrukteuren erreicht, dass diese Verträge im Vergleich mit internationalen Rechtsansprüchen bestand hatten. Die Konstrukteure hatten alle Ansprüche, welche sich aus ihren Modellkonstruktionen hätten ergeben können, an den Verlag abgetreten. Da es den Verlag „Junge Welt“ nicht mehr gibt, sind diese geschlossenen Verträge Gegenstandslos geworden. (Schreiben des Tessloff-Verlages einfügen)

Kopie eines Schreibens vom Tessloff-Verlag / 2010

  • Tessloff-2010.0001

(zum vergrößern anklicken)

 

Zu berücksichtigen ist der Umstand, dass mit dem Erscheinen der „Illustrierten Reihe für den Typensammler“ Konstrukteure neu auf diesem Gebiet des Modellbaus in Erscheinung traten. Diese wurden vom Deutschen Militärverlag der DDR betreut.

Selbst Gerhard Kunter und Gerhard Stieff publizierten beim Buchverlag „Junge Welt“ je ein Buch mit dem Titel „Flugzeuge aus sechs Jahrzehnten“ und „KRAFTFAHRZEUGE EINST UND JETZT“. Diese Bücher erschienen 1965 als Bastelbücher und enthielten eine Reihe von Bauplänen und Bausätzen von über 57 Flugzeugmodelle und 59 Fahrzeugmodelle. Diese Bastelbücher entsprachen der Entwicklungskonzeption wie sie bereits Anfang der 60ziger Jahre zur Disposition gestanden hatten. Dieses konzentrierte Angebot von Bausätzen sollte als Nebeneffekt eine Entlastung in der Herstellung von Modellbögen bringen bzw. das Thema Nachauflagen weiter zurückzudrängen.

 

Die Titel der Bücher

  • Buchtitel-G-Kunter-2neu
  • Buchtitel-G-Stieff-2neu

(zum vergrößern anklicken)

 

Gerhard Kunter „Flugzeuge aus sechs Jahrzehnten“ über 240 Seiten mit 57 Modellbausätzen im Maßstab 1:50 und aus dem Zeitraum von 1900 bis 1963. Preis EVP 11,60 MDN im Format DIN A 4 

Modellbausätzen im Gerhard Stieff „KRAFTFAHRZEUGE EINST UND JETZT“ über 240 Seiten mit 59 Maßstab 1:25 und aus dem Zeitraum von 1885 bis 1964. Preis EVP 11,60 MDN im Format DIN A 4

Beide Bücher wurden u. a. mit den Umschlagseiten der Kranich-Modellbögen beworben. Besonders intensiv auf der Rückseite des Umschlages des Kranich-Modellbogens mit dem Titel „Turbinenverkehrsflugzeug DC-8“. Interessant sind die Angaben im Impressum und den dort genannten Personenkreis. Eine kleine Übersicht:

Konstrukteur Eva Kunter

Verantwortlicher Redakteur Gerhard Kunter

Redaktionsbeirat: K. Hildebrandt, Siegfried Kahl, Paul Böhm, Heinz Stark, Gerhard Stieff, Hans Räde, Herbert Thiel, Horst Buttler

Titelzeichnung Hans Räde

Verlagsdirektor Kurt Feitsch

Der genannte Personenkreis arbeitete als leitende Mitarbeiter beim Verlag „Junge Welt“. Das der Verlagsdirektor Kurt Feitsch im Impressum erscheint, ist etwas außergewöhnlich. Außergewöhnlich war auch der Kranich-Modellbogen selbst. Der Titel wies ein anderes Flugzeug aus, als es im Inhalt vorhanden war. Entgegen allen bisherigen Standards bei den Kranich-Modellkonstruktionen, gab es eine sehr dürftige Bauanleitung. Die bildlichen Darstellungen beschränkten sich auf ein Drei-Seiten-Riss des Flugzeuges.

Im Weiteren möchte ich auf eine namentliche Nennung aller Konstrukteure verzichten, da dieser Personenkreis in der Rubrik – Konstrukteure – erfasst ist. Die im Bundesarchiv dazu gewonnenen Erkenntnisse, werden in den einzelnen Beiträgen über die Konstrukteure einfließen. Die Rubrik – Konstrukteure – berücksichtigt den Umstand, dass es Autorenkollektive gab, wo mehrere Personen mit Einzelbeiträgen aktiv geworden sind. Die Arbeit mit Autorenkollektiven stand bei der Gestaltung von Bastelmagazinen und Basteltüten in der Pinguin-Reihe im Focus.

Aus allen bisher bekannten Übersichten zu den Konstrukteuren von Modellbogen erscheinen 4 Namen wie Gerhard Stieff, Herbert Thiel, Gerhard Krabs und Klaus Altenburger, welche eine langjährige Zugehörigkeit zum Verlag „Junge Welt“ und seiner Redaktion „MODELLBOGEN“ auszeichnete. Sie waren im Vergleich zu anderen Konstrukteuren, die, die am längsten dazu gehörten. Mit ihren Namen verbinden sich aber auch qualitative Verbesserungen in den Modellkonstruktionen sowie in der Typenauswahl. Dafür stehen bei Gerhard Krabs die Modellkonstruktionen der IL-14 und IL-18 sowie die legendär gewordenen Modellbogen der TU-114, der AN-22 und des „Sowjetischen Überschallbomber“. Herbert Thiel steht für eine qualitative Verbesserung der Modellkonstruktionen bei Schiffsmodellen sowie ihrer Typenauswahl. Gemeinsam mit Gerhard Stieff, war Herbert Thiel über viele Jahre im Redaktionsbeirat tätig. Der Name Gerhard Stieff steht für die Bemühungen und Aktivitäten, bei der Entwicklung und Gestaltung von Modellkonstruktionen im Bereich der Funktionsmodelle. Klaus Altenburger war mit Modellkonstruktionen in der Raumfahrttechnik aktiv.

  

Berlin,   15. April 2019    Lothar Schlüter

Quelle Bilder und Text         Bundesarchiv / Modellbaufreund Lothar Schlüter

 

 

3.  Bereich Honorar- und Auflagenentwicklung (Entwicklungszeitraum ab 1958 bis 1963)

Auf der Grundlage des Revisionsprotokolls aus dem Jahr 1963 ergeben sich ein paar sehr aufschlussreiche Zahlen. Im Protokoll werden die Jahre 1958, 1959, 1960, 1961, 1962 und 1963 einer Gesamtanalyse unterzogen. Ich verzichte hier, die tabellarische Darstellung aus dem Protokoll zu übernehmen, sondern ich möchte in etwas abgewandelter Form, die analytischen Ergebnisse optisch aufgelockert vermitteln. Grundlage für die gezahlten Honorare, bildete die Honorarordnung des Verbandes Bildende Künstler. 

Honorarentwicklung – Nachfolgend eine Übersicht (aus dem Protokoll der Revision 1963) 

Analyse des Jahres 1958

Im Jahr 1958 wurden 14 Modellbogen herausgegeben. Davon waren 7 Modellbogen der Kranich-Reihe und 7 Modellbogen aus der Pinguin-Reihe.

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Für diese abgebildeten Modellbogen wurde ein Gesamthonorar von 31.046,00 DM gezahlt. Das entspricht einem durchschnittlichen Honorar von 2.217,00 DM je Modellbogen.

 

Analyse des Jahres 1959

Im Jahr 1959 wurden 21 Modellbogen herausgegeben. Davon waren 13 Modellbogen der Kranich-Reihe und 8 Modellbogen aus der Pinguin-Reihe.

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Für diese abgebildeten Modellbogen wurde ein Gesamthonorar von 23.957,00 DM gezahlt. Das entspricht einem durchschnittlichen Honorar von 1.140,00 DM je Modellbogen.

 

Analyse des Jahres 1960

Im Jahr 1960 wurden 12 Modellbogen herausgegeben. Davon waren 7 Modellbogen der Kranich-Reihe und 5 Modellbogen aus der Pinguin-Reihe.

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Für diese abgebildeten Modellbogen wurde ein Gesamthonorar von 21.840,00 DM gezahlt. Das entspricht einem durchschnittlichen Honorar von 1.820,00 DM je Modellbogen.

 

Analyse des Jahres 1961

Im Jahr 1961 wurden 11 Modellbogen herausgegeben. Davon waren 6 Modellbogen der Kranich-Reihe und 5 Modellbogen aus der Pinguin-Reihe.

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Für diese abgebildeten Modellbogen wurde ein Gesamthonorar von 22.250,00 DM gezahlt. Das entspricht einem durchschnittlichen Honorar von 1.666,00 DM je Modellbogen.

 

Analyse des Jahres 1962

Im Jahr 1962 wurden 17 Modellbogen herausgegeben. (Im Protokoll steht die Zahl 27, was sicherlich auf einen Zahlendreher schließen lässt.) Davon waren 12 Modellbogen der Kranich-Reihe und 5 Modellbogen aus der Pinguin-Reihe.

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Für diese abgebildeten Modellbogen wurde ein Gesamthonorar von 22.515,00 DM gezahlt. Das entspricht einem durchschnittlichen Honorar von 1.324,00 DM je Modellbogen.

 

Analyse des Jahres 1963 (nicht vollständig, da nur bis einschließlich Juli 1963 erfasst)

Im Jahr 1963 wurden insgesamt 15 Modellbogen herausgegeben. Im Protokoll sind nur 12 Modellbogen berücksichtigt. Davon waren 10 Modellbogen der Kranich-Reihe und 5 Modellbogen aus der Pinguin-Reihe.

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Für die 12 berücksichtigten Modellbogen wurde ein Gesamthonorar von 15.854,00 DM gezahlt. Das entspricht einem durchschnittlichen Honorar von 1.321,00 DM je Bogen. Nehme ich das durchschnittlich gezahlte Honorar von 1.321,00 DM und berücksichtige die nicht eingerechneten 3 fehlenden Modellbogen, ergibt sich ein Gesamthonorar von 19.817,00 DM. Da der Durchschnittswert je Modellbogen als Rechenbasis diente, verändert sich dieser auch nicht.

 

Setze ich die Gesamtanzahl der herausgegeben Modellbogen (90 Stück) ins Verhältnis zu den gezahlten Honoraren (Gesamtsumme 141.425,00 DM) ergibt sich ein durchschnittliches Honorar von 1.571,00 DM je Modellbogen. Setze ich die ausgewiesenen durchschnittlichen Honorare ins Verhältnis (9.488,00 DM Summe der addierten durchschnittlichen Honorare / geteilt durch die in Betracht gezogenen 6 Jahre) ergibt sich ein durchschnittliches Honorar von 1.581,00 DM. So oder ähnlich, könnte die Zahlenspielerei fortgesetzt werden. Mir geht es darum deutlich zu machen, dass hier sehr viel Geld unterwegs war und für damalige DDR Verhältnisse, diese ausgewiesenen Geldsummen sich auf ein sehr hohes Niveau bewegten.

Im Revisionsprotokoll wird das gezahlte Honorar für die Modellkonstruktion des Kranich-Modellbogens mit dem Titel „Atomeisbrecher LENIN“, mit 9.360,00 DM ausgewiesen. Eine Kommentierung dieser Geldsumme gibt es nicht. Auch keinen Hinweis darauf, ob dieses Honorar Bestandteil der Gesamtsumme für das Jahr 1962 ist oder nicht.

Ich habe für die Präsentation der Honorarentwicklung der einzelnen Jahre mit den dazu gehörigen Bildern der Titel der Modellkonstruktionen ergänzt, so dass jeder Besucher vergleichen kann, welche möglichen Honorare für welchen Modellbogen gezahlt wurden.

 

Auflagenentwicklung – Nachfolgend eine Übersicht (aus dem Protokoll der Revision 1963) 

Die Auflagenentwicklung gestaltete sich etwas sporadisch. Mit der Herausgabe der ersten Ausschneidebögen, wurde eine durchschnittliche Auflage je Modellbogen von 35.000 bis 40.000 Exemplaren erreicht. Nachauflagen waren dabei noch nicht geplant! Mit dem Erscheinen der Ausschneidebögen entwickelte sich ganz natürlich eine Nachfrage bei den Interessenten in einer Größenordnung, die anfänglich nicht gedeckt werden konnte. (weil auch so nicht erwartet)

Mit der Gründung und Einführung der Redaktion „MODELLBOGEN“ in die Verlagsstruktur des Zeitschriftenverlages „Junge Welt“, konnte die Herstellung der Modellbögen organisatorisch besser in die vorhandenen Strukturen des Druckereibetriebes eingeordnet werden. Damit konnten die Auflagen enorm gesteigert werden. Eine Analyse der Jahre 1961, 1962 und 1963 bietet hierzu sehr beachtliche Ergebnisse.

So entwickelten sich die Auflagen wie folgt: im Jahr 1961 konnten durchschnittlich 72.500 bis 79.090 Exemplare je Bogen erreicht werden; im Jahr 1962 konnten durchschnittlich 45.600 bis 67.060 Exemplare je Bogen erreicht werden und im Jahr 1963 wurden durchschnittlich über 102.000 bis 120.000 Exemplare je Bogen erreicht. Mit Beginn des Druckens der Kranich- und Pinguin-Modellbogen, wurden ausgewählte Nachauflagen geplant und in der Auflagenentwicklung mit Plankennziffern versehen. Sie sollten sich bei durchschnittlich 60.000 Exemplare je Modellbogen bewegen. (Was nicht immer erreicht wurde!)

Die Entwicklung der Jahresauflagen je Modellbogen zeigt für die Jahre 1961, 1962 und 1963 folgende Zahlen: 1961 870.000 Exemplare, 1962 1.140.000 Exemplare und für 1963 1.519.200 Exemplare. An dieser Stelle ist zu berücksichtigen, dass diese Modellbogen auch in den Export gingen. Tausende von Exemplare gingen in die damalige Sowjetunion, nach Ungarn, Kuba, Österreich und selbst nach Skandinavien. (Konkrete Zahlen sind für die einzelnen Länder nicht bekannt. Es wird eine Gesamtgröße des Exports von über 60.000 bis 80.000 Exemplare ausgewiesen.)

Zu beachten war! Für das Jahr 1963 werden enorme Probleme bei der Bereitstellung des Karton mit Metall-Folie befürchtet, da mehrere Lieferausfälle im größeren Stil, die Herstellung behinderten. Diese Problemstellung beeinflusste bereits die Jahre 1961 und 1962. Warum man weiterhin Karton mit Metallfolie favorisierte, ist nicht überliefert. Normaler Bastelkarton mit Farbdruck wäre ausreichend gewesen! So wie es im polnischen und tschechoslowakischen Kartonmodellbau zur Normalität gehörte. Die Werner Zorn zugesprochene Genialität bei der Einführung und Nutzung von Karton mit Metallfolie erwies sich zunehmend als Bummerang, da die Herstellung einen enormen Aufwand an zusätzlichen Mitteln und Aktivitäten bedurfte.

 

Quelle Bilder und Text         Bundesarchiv / DDR in Karton eine Dokumentation des MKV / Modellbaufreunde Ulrich Günscht und Lothar Schlüter 

Berlin,  19.04.2019     Lothar Schlüter

 

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